Von der Garnison zur Konversion.
Nutzung und Umnutzung der Augsburger Militärflächen

Architekturmuseum Schwaben
Das Heft 20 ist im Architekturmuseum Schwaben zum Preis von € 7,- erhältlich.



Der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands leiteten das Ende der amerikanischen Ära in der Bundesrepublik ein. Anfang der 1990er Jahre begann in den meisten Garnisonsstädten der schrittweise Abzug der hier stationierten Soldaten, die als Besatzer kamen und als Verbündete gingen.
Für die baulichen Hinterlassenschaften der US-Armee – die aufgelassenen Kasernen und die nach amerikanischem Vorbild errichteten Wohnsiedlungen – müssen derzeit städtebaulich und architektonisch befriedigende Lösungen gefunden werden. In Augsburg sind davon die Bereiche der Sheridan-, der Reese- und der Flak-Kaserne sowie die auf Anrainergrundstücken situierten "Housing Areas" Centerville, Cramerton, Sullivan Heights und Fryar Circle betroffen.
Die Integration des Gesamtareals – dessen Flächenumfang von 220 ha dem der Augsburger Altstadt entspricht – wird von der Stadt zurecht als "große Herausforderung des 21. Jahrhunderts" betrachtet. Architekten, Städtebauer, Stadträte, Verkehrs- und Landschaftsplaner und nicht zuletzt die in einem Stadtteilarbeitskreis tätigen Augsburger Bürgerinnen und Bürger bemühen sich um ein sinnvolles Umnutzungskonzept, das bedarfsgerecht und den ortsspezifischen Strukturen angemessen ist. Von verschiedenen Bauträgern wird derzeit die Modernisierung und Neugestaltung des frei gewordenen Wohnungsbestandes sowie die Anlage eines Nahversorgungszentrums konzipiert.
Nicht nur die anstehende Konversion, auch die Tatsache, daß die Kasernen und Wohnsiedlungen als baukulturelle Zeugen der Nachkriegsgeschichte im Bewußtsein der Bevölkerung verankert sind, erfordert den sensiblen Umgang mit der erhaltenen Architektur und gibt gleichermaßen Anlass zur Auseinandersetzung mit ihrer Entstehungsgeschichte.
Im Rahmen einer fachhistorischen Expertise wurde die Bau- und Nutzungsgeschichte der Augsburger Kasernen und Wohnquartiere einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen, die darüber hinaus aufschlussreiche Erkenntnisse über den Militärstandort Augsburg im 20. Jahrhundert liefert.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg und der Geschichtswerkstatt Augsburg zeigt das Architekturmuseum Schwaben erstmals die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes sowie die geplanten und bereits vollzogenen Konversionen.



zur Ausstellung "Von der Garnison zur Konversion. Nutzung und Umnutzung der Augsburger Militärflächen "