De
 

LEHRVERANSTALTUNGEN WINTERSEMESTER 2014/2015

 

 

LEHRSTUHL FÜR ARCHITEKTURGESCHICHTE UND KURATORISCHE PRAXIS | ARCHITEKTURMUSEUM:

 

 

VORLESUNG zur Architektur- und Designtheorie

Architekturausstellungen des 20. Jahrhunderts

 

Die Architekturausstellung als kritische Form. Von Hermann Muthesius zu Rem Koolhaas

Univ.-Prof. Dr. phil. Andres Lepik

Pflichtfach, Bachelor, 3 ECTS / 2 SWS
Do 13.15-14.45, Beginn: 16.10.2014 | Hörsaal: 0606

Ausstellungen haben seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Entwicklung der Architektur international beeinflusst. Durch ihren öffentlichen Charakter sind sie ein wirkungsvolles Format, um Ideen und Konzepte an ein breites Publikum zu vermitteln und die allgemeine Wahrnehmung der Architektur zu verändern. Von der Werkbundausstellung in Köln bis zur aktuellen Architekturbiennale in Venedig gibt die Vorlesung einen Überblick über wichtige Stationen der Architekturgeschichte anhand konkreter Beispiele. Im Zentrum stehen dabei jene Ausstellungen, die direkt Position gegenüber aktuellen Fragen beziehen. Es werden sowohl Bauausstellungen als auch Architekturausstellungen behandelt, wobei sich in einigen Fällen die beiden Formate ergänzen. Zentrale Fragestellungen richten sich auf das Konzept, die Umsetzung, Gestaltung, Vermittlung, Kritik und Nachwirkungen dieser Ausstellungen. Ein zusätzlicher Aspekt in der Betrachtung ist die mögliche Instrumentalisierung von Architekturausstellungen zu Propagandazwecken. Ziel der Vorlesung ist es, aus der vergleichenden Analyse ein Verständnis für die komplexe Theorie und Praxis von Architekturausstellungen als eigene Gestaltungsaufgabe zu gewinnen.

Programm:

VL 01 – 16.10.14: Die Architekturausstellung als kritische Form. Vorgeschichte, Themen und Konzepte. (Einführung)

VL 02 – 23.10.14: Der Deutsche Werkbund und seine Ausstellungen: Köln 1914 / Stuttgart 1927

VL 03 – 30.10.14: Durchbruch eines Stils: „Modern Architecture. International Exhibition.“ am Museum of Modern Art, New York, 1932. Literaturliste Download

VL 04 – 06.11.14: NS-Propaganda-Ausstellungen, 1933–1945 (Irene Meissner)

VL 05 – 13.11.14:    >>Symposium Lina Bo Bardi<<

VL 06 – 20.11.14: architecture without architects. (1964) Bernhard Rudofsky’s Ausstellungen als Institutionskritik

VL 07 – 27.11.14: Lina Bo Bardis Ausstellungen: Von Architettura Rurale 1936 zu Nordeste 1964 (Simone Bader)

VL 08 – 04.12.14    >> DIES ACADEMICUS <<

VL 09 – 11.12.14: Lado Sur. Incomplete Urbanisation as UTT Curatorial Practises (Alfredo Brillembourg)                     

VL 10 – 18.12.14: Die Gegenwart der Vergangenheit. Architekturausstellungen in Venedig seit 1980 (Gabriella Cianciolo)

VL 11 – 08.01.15: „Niemals abreißen!“ Die Ausstellungen von Lacaton Vassal / (Andreas Ruby)

VL 12 – 14.01.15: "Architekturbiennale Venedig 2014 - The Making Of" (Stephan Trüby)      

VL 13 – 22.01.15: Ausstellen / Darstellen. Theorie und Praxis der                            Architekturausstellung (ZUSAMMENFASSUNG)

 

 

 

 

seminar: Das UNESCO-Weltkulturerbe zwischen globalem Anspruch und lokaler Realität

 

Dr. des. Simone Bader

Modul Architektur- und Designtheorie | Bachelor | 3 ECTS / 2 SWS | Do  15.00–16.30 | Raum 0347 | Beginn: 9.10.2014

Voraussetzungen: Verständige und kritische Lektüre von wissenschaftlichen Fachtexten in deutscher, englischer und gerne auch in einer weiteren Fremdsprache und Kenntnisse in der Beschaffung von wissenschaftlicher Literatur in Bibliotheken und Internetportalen.

Inhalt: Der Freistaat Bayern hat sich im Juni 2014 entschieden, die Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee für die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu nominieren. Wie fügen sich die Bauwerke in das Programm dieser Institution? Welche Mechanismen greifen? Im Rahmen des Seminars soll das Profil dieser Institution analysiert und ihre Auswahlkriterien kritisch diskutiert werden. Welche politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Einflüsse spielen für die Nominierungen eine Rolle? Kann die Spannung zwischen regionaler Identität und globaler Perspektive überwunden werden? Und was kann die Bewahrung von Architektur angesichts der technologischen Fortschritte und rasanten Entwicklungen für die Zukunft bedeuten? Fragen, die unter anderem durch Beschreibung und Analyse sowohl von deutschen als auch von Projekten anderer Länder, aber auch durch die Auseinandersetzung mit kritischen Stimmen beantwortet werden sollen.

Lernergebnisse: Die Teilnehmer erlernen, durch eigene Anschauung und auf der Grundlage von Literatur sich mit komplexen Fragestellungen kritisch auseinanderzusetzen und sie auf der Grundlage von Vorträgen zu diskutieren. Sie lernen so, eigene Thesen zu formulieren, üben strukturiert zu argumentieren und verteidigen ihre erarbeiteten Standpunkte vor einem größeren Publikum. Das Verfassen von Texten und die Verfahren visueller Präsentation werden den Studierenden ebenso vermittelt, so dass sie sich zu einem eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten qualifizieren.

Lehr- und Lernmethoden: Die Studierenden werden zum Studium der Sekundärliteratur und der inhaltlichen und methodischen Auseinandersetzung mit einem Thema angeregt. Sie vertiefen ihre Erkenntnisse durch die selbständige Arbeit und gewinnen eigene Perspektiven und Fragestellungen, die sie am Schluss des Seminars in schriftlicher Form präsentieren.

 

 

 

seminar: Architekturelemente von München – Analyse von Bauteilen

 

Dr.-Ing. Irene Meissner

Modul Architekturmuseum | Master | 6 ECTS / 4 SWS | Mo  15.00–18.15, Raum 1815 | Beginn: 13.10.2014 

Die von Rem Koolhaas kuratierte diesjährige 14. Architekturbiennale Venedig steht unter dem Motto „Fundamentals“ und zeigt u.a. „Elements of Architecture“. Dieses Konzept wird auf München übertragen: Wesentliche Bauten der Stadt sollen hinsichtlich ihrer architektonischen Elemente wie Treppe, Boden, Decke, Fenster, Korridor, Balkon oder Dach untersucht und analysiert werden, um damit auch eine andere Sichtweise auf München zu gewinnen.

Schon Le Corbusier ließ sich von den „Stones of Venice“ (London 1851-1853) inspirieren. Das dreibändige Werk verfasste der britische Sozialreformer, Kunsthistoriker und Maler John Ruskin (1819-1900). Anhand von tausenden von Zeichnungen erfasste Ruskin die Steine von Venedig und stellte Ordnungssysteme als eine Art architektonische Grammatik der Gotik auf. Das Werk diente Le Corbusier auf seinen Reisen als wichtiges Handbuch, das ihm sein Lehrer Charles L’Éplattenier mitgab.

Das Seminar beschäftigt sich theoretisch wie auch praktisch mit den einzelnen Bauteilen von München, die Analysen erfolgen schriftlich und zeichnerisch mit Eintragung der untersuchten Gebäude in einen Münchner Stadtplan (in der Art des Nolli-Plans). Eine Dokumentation der Ergebnisse ist geplant.

 

 

 

Seminar: Paul Schneider-Esleben (1915–2005) und die Architektur seiner Zeit

 

Prof. Dr. phil. Andres Lepik , Dr. phil. Regine Heß

Modul Projektwerkstatt kuratorische Praxis | Master | 6 ECTS / 4 SWS | Mo  15.00–18.15, Raum 0347 | Beginn: 13.10.2014

Anlässlich des 100. Geburtstags des Architekten Paul Schneider-Esleben am 23.8.2015 veranstaltet das Architekturmuseum der TU München eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk. Das Archiv des Architekturmuseums besitzt den Nachlass des bedeutenden Nachkriegsarchitekten. Das Seminar ermöglicht den Studierenden Einblicke und die Mitwirkung bei der inhaltlichen Vorbereitung der Ausstellung in den Räumen des Architekturmuseums in der Pinakothek der Moderne. Dort wird zwischen Juli und Oktober 2015 eine Vielzahl von Schneider-Eslebens Architekturprojekten in Form von originalen Zeichnungen, Plänen und Modellen präsentiert, außerdem Möbel und Schmuckstücke.  Seine wichtigsten Projekte wie das Mannesmann-Hochhaus, die Haniel-Großgarage, die Rolandschule, die Kirche St. Rochus und der Flughafen Köln-Bonn sollen im Seminar von den Studierenden in Referaten vorgestellt und diskutiert werden. Darüber hinaus soll in der internationalen Architekturgeschichte nach vergleichbaren Gebäuden anderer maßgeblicher Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier oder Oskar Niemeyer geforscht und diese im Vergleich mit den Bauwerken Schneider-Eslebens diskutiert werden. Die schriftlichen Ergebnisse können in die Vorbereitung der Ausstellung z. B. in Form von Labeltexten oder einer Timeline eingehen. Alternativ kann auch eine Hausarbeit geschrieben werden. 

Literatur:

Paul Schneider-Esleben. Entwürfe und Bauten 1949–1987, Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie, hg. von Heinrich Klotz, Braunschweig/Wiesbaden 1987

Paul Schneider von Esleben, Entwürfe und Bauten, Ostfildern 1996

Rolf Beckers, Der Architekt Paul Schneider-Esleben, Bonn, Univ., Diss., Weimar 1995

Franz Hart, Skelettbauten, München 1956

Udo Kultermann, Baukunst der Gegenwart. Dokumente des Neuen Bauens in der Welt, Tübingen 1958

George E. Kidder Smith, The New Architecture of Europe,  Harmondsworth/Middlesex 1962

Architektur in Deutschland (Bundesrepublik und Westberlin), hg. von Helge und Margret Bofinger, Jürgen Paul und Heinrich Klotz, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1979

Herbert Rex, Architekturkritik in Zeitungen und Zeitschriften der Bundesrepublik. In Fallstudien untersucht an Düsseldorfer Bauprojekten der 60er  und 70er Jahre, Institut für Architektur- und Stadtforschung, Hannover 1981

Vision der Moderne. Das Prinzip Konstruktion, hg. von Heinrich Klotz unter Mitarbeit von Volker Fischer, Andrea Gleiniger-Neumann und Hans-Peter Schwarz, Ausst.-Kat. Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, München 1986

Architektur im 20. Jahrhundert: Deutschland, hg. von Romana Schneider, Winfried Nerdinger und Wilfried Wang, Ausst.-Kat. Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, München/London/New York 2000

Winfried Nerdinger/Ines Florschütz (Hg.), Architektur der Wunderkinder: Aufbruch und Verdrängung in Bayern 1945–1960, Salzburg/München 2005

Wolfgang Pehnt, Deutsche Architektur seit 1900, Ludwigsburg/München 2005

Kai Kappel, Memento 1945? Kirchenbau aus Kriegsruinen und Trümmersteinen in den Westzonen und in der Bundesrepublik Deutschland, München/Berlin 2008

Architektenstreit. Wiederaufbau zwischen Kontinuität und Neubeginn, hg. von Susanne Anna, Schriftenreihe Stadtmuseum, Düsseldorf  2009

Sara Stroux, Architektur als Instrument der Unternehmenspolitik. Konzernhochhäuser westdeutscher Industrieunternehmen in der Nachkriegszeit, elektron. Diss. ETH Zürich (http://e-collection.library.ethz.ch/eserv/eth:41884/eth-41884-02.pdf)

Roman Hillmann, Die erste Nachkriegsmoderne. Ästhetik und Wahrnehmung der westdeutschen Architektur 1945–1963, Petersberg 2011

Anke Köth (Hg.), Building America. Eine große Erzählung, Dresden 2008