hg. von Winfried Nerdinger
Der Katalog ist leider vergriffen. Eine verbesserte und ergänzte Buchhandelsausgabe, erschienen beim Verlag Anton Pustet, Salzburg 2004, ist über den Handel beziehbar. ISBN 3-7025-0497-4


Nur wenige große Architekten die in dem Maßstab bauen, arbeiten auch Maßstab setzend. Bruno Taut, Ernst May oder Fritz Schumacher wären in diesem Zusammenhang zu nennen und in diese Reihe gehört auch Otto Steidle, der mitten in der architektonischen Wüste des Baubooms der Wirtschaftswunderzeit nach neuen Wohnformen auf demokratischer Basis suchte, die er heute - modifiziert und adaptiert - in Deutschland, Italien oder China umsetzt. Steidle entwickelte im Sinne der 68er-Generation eine Bauform, bei der sich Flexibilität und elementiertes bauen mit neuen Formen des Lebens und Wohnens verbinden ließ. Hinter Steidles konventionell wirkenden Fassaden verbirgt sich eine enormme Nutzungsvielfalt und seine Räume lassen Platz für undefinierte Zwischenzonen, deren Qualität bezeichnenderweise für ihn am besten "den Zusammenhang von Ästhetik und Demokratie" ausdrückt. Trotz Großaufträgen und vieler beim Bauen notwendiger Kompromisse und Wandlungen spricht hier noch immer der Geist des Aufbruchs der 60er Jahre. In zahlreichen Abbildungen und Plänen kann man sich hier davon ein nahezu umfassendes Bild machen.


zur Ausstellung "Otto Steidle Land Stadt Haus"
im Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne

zur Ausstellung "Otto Steidle Land Stadt Haus"
im Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne