Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2019

Richard Neutra, Tremaine Residence, Montecito, Kalifornien, 1949 © University of Southern California Libraries

[Modul AR20036] Architekturvermittlung: Exiled in Paradise. California Modernism

Semesterwochenstunden: 2

mit: Sina Brückner-Amin

Los Angeles, das schon aus der Perspektive eines landenden Flugzeugs die Form eines gewebten, unregelmäßigen aber im Grid angelegten Netzes aus Autobahnen und Straßen annimmt, dessen Stadtteile sich in Richtung des Inlands und der Berge zerfasern und zur Pazifikküste hin verdichten, zeigt schon dort eine stadtplanerische Entwicklung, die sich auf massive Einwanderung und flächenmäßigen Wachstum eingestellt hat. Nach dem Ersten Weltkrieg erreicht Los Angeles innerhalb weniger Jahre eine Population von 2 Millionen Immigrierten, wie der Geograph Anton Wagner in seiner vergleichenden Studie „Los Angeles. Werden, Leben und Gestalt einer Zweimillionenstadt in Südkalifornien" von 1935 feststellt, für die er die Stadt zu Fuß durchstreift. Eine Methode, die Reyner Banham in „Los Angeles, the Architecture of Four Ecologies" vierzig Jahre später für etwas unsinnig befindet, versteht man Los Angeles in seinen Weiten doch am besten „in the rear mirror", durch den Rückspiegel des fahrenden Autos. 
Solche stadtforscherischen Grundkonflikte begleiten das Schreiben und die Forschung über Architektur in Los Angeles. Ökonomische, ökologische, politische, ethnische und ideelle Konflikte, Besonderheiten und Unübersichtlichkeiten strukturieren die Stadt und ihre Bauten. Folglich ergibt sich das Seminar gegenüber dieser "logic of sprawl": Mit Abstechern in die Vergangenheit Kaliforniens und seiner komplexen Immigrationsgeschichte, der Frage nach „land use" und Gartenpraktiken, der Filmproduktionsstätte Hollywood und den Erkundungen des „cinematic urbanism". Auf dieser Basis betrachtet das Seminar die experimentellen, modernistischen Architekturen der Jahre 1920–1960 im Großraum Los Angeles. Fallstudien von R. M. Schindler, Richard Neutra, Franklin D. Israel, John Lautner, Frank O. Gehry, William Krisel (u.a.) sowie das Case Study House Program werden im Seminar analysiert.

Triennale Milano

[Modul AR20036] Architekturvermittlung: Mailänder Triennale 1923-2019 | Ein Jahrhundert Architektur, Design und Ausstellungen

Semesterwochenstunden: 2

mit: Gabriella Cianciolo

Die Mailänder Triennale, eine der wichtigsten Kulturinstitutionen Italiens, ist eine alle drei Jahre stattfindende internationale Ausstellung für Architektur und Industriedesign. Sie wurde 1923 in Monza als periodische Ausstellung mit dem Ziel gegründet, die angewandten Künste und ihre Beziehung zur Architektur zu fördern. Austragungsort war ab 1933 der von Giovanni Muzio errichtete Palazzo dell’Arte in Mailand.

Die Veranstaltungen der Triennale wurden von prominenten Architekten und Künstlern wie Giò Ponti, Mario Sironi, Le Corbusier, Aldo Rossi, Rem Koolhaas, Peter Eisenman, Jean Nouvel, Juan Navarro Baldeweg und vielen anderen organisiert und/oder besucht. Die Themen, die in den verschiedenen Triennalen erforscht und diskutiert wurden, reichten vom italienischen Rationalismus (1933) über den Wiederaufbau der Nachkriegszeit und den sozialen Wohnungsbau (1947) bis hin zur Untersuchung der Proportionen in der Kunst (1951) und den ökologischen Herausforderungen der Architektur (1992).

Das Seminar bietet einen Überblick über die Geschichte der Triennale und über ihren Hauptstandort, den Palazzo dell’Arte. Eine Auswahl von Triennalen werden als ‚Fallbeispielen’ mit den damit verbundenen Themen analysiert, wie z.B. die Auswirkungen der Triennale auf die Stadtplanung in Mailand (Bezirk QT8) oder die Rezeption der Triennale im Ausland. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die architektonische Gestaltung und Darstellung der verschiedenen Ausstellungen werden untersucht.

Ziel ist ein Verständnis davon zu bekommen, wie die Triennale in ihrer ca. hundertjährigen Geschichte zur italienischen und internationalen kulturellen Debatte in den Bereichen Kunst, Architektur und Design beigetragen hat.

Architekturentwurf aus der Sammlung des Lehrstuhl für Architekturinformatik © Architekturmuseum der TUM

[Modul AR30076] Architekturanalyse: Pixel, Vektoren und Algorithmen. Die digitale Revolution in der Architektur

Semesterwochenstunden: 4

mit: Teresa Fankhänel

Die Kompetenzen, die für den Architekturberuf nötig sind haben sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert rapide verändert durch die Einführung neuer Technologien wie dem Kopiergerät (1959), dem Faxgerät (1960er) und dem Computer (der Apple II kam 1977 auf den Markt). Während neue Fachkomptenzen ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit von Architekten wurden, verschwanden andere. Dieses Seminar betrachtet eine Auswahl der Veränderungen, die durch die Einführung des Computers in die Architektur hervorgerufen wurden.

Das Seminar ist Teil eines Forschungsprojekts zur Vorbereitung der Ausstellung “Pixel, Vektoren und Algorithmen. Die digitale Revolution in der Architektur” die sich mit dem Computer in der Architektur befassen wird. Obwohl digitale Werkzeuge in den letzten drei Jahrzehnten grossen Einfluss auf den Entwurf und die Präsentation von Architektur genommen haben, hat es bislang noch keine umfassendere architekturhistorische Auseinandersetzung mit diesem Thema gegeben.

Die grundlegende Frage, die dieses Seminar zu beantworten versucht ist einfach: Haben die digitalen Werkzeuge die Architektur verändert und wenn ja, wie? Mit Hilfe ausgewählter Quellentexte der Protagonisten der digitalen Bewegung werden wir verschiedene Beispiele digitaler Entwurfstrategien beleuchten, darunter Falten (folds), Blobs, parametrisches Entwerfen und künstliche Intelligenz. Ausgewählte Fallstudien werden den Einfluss von Software auf den Entwurf von Architektur untersuchen.

Yitzhak Rapoport, Wohnhaus, Tel Aviv, 1933-34 © Regine Heß, 2016

[Modul AR30076] Architekturanalyse: Bauhaus In&Out: Von Weimar nach Tel Aviv

Semesterwochenstunden: 4

mit: Dr. Regine Heß

"Bauhaus In&Out: Von Weimar nach Tel Aviv" nimmt das 100. Jubiläum der Gründung des Bauhauses zum Anlass, die Produkte der neuartigen Kunst- und Architekturschule vor dem Hintergrund von Idee und Pädagogik zu analysieren. Zugleich werden ihre Verbreitung und Rezeption vor allem in der sogenannten Bauhausstadt Tel Aviv untersucht, auch im Hinblick auf heutige kulturpolitische Strategien, die sich das "Bauhaus" zunutze machen.
Bei Exkursionen nach Weimar, Dessau und Tel Aviv werden die Orte, die städtebaulichen Situationen der Lehrstätte sowie ihr Nachleben in Kurzreferaten analysiert: In Weimar beispielsweise auch die erste Bauhaus-Ausstellung 1923 mit dem "Haus am Horn" und anderen urbanen Interventionen, in Dessau das Bauhausgebäude in seinem industriellen Umfeld, und in Tel Aviv Wohnhäuser, deren UNESCO-Weltkulturerbestatus den Anspruch erhebt, "Bauhaus-Architektur" zu sein.

„Afritecture – Bauen mit der Gemeinschaft“, Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne, 2013/14 © Myrzik & Jarisch

[Modul AR30190] Projektwerkstatt kuratorische Praxis: Architektur ausstellen. Geschichte, Theorie und Praxis

Semesterwochenstunden: 4

mit: Prof. Dr. Andres Lepik, Dr. Katrin Bäumler

Ausstellungen zur Architektur können unterschiedlichste Formate annehmen, doch weisen sie auch gemeinsame Besonderheiten auf und unterschieden sich grundsätzlich von Kunstausstellungen. Während etwa Kunstwerke zumeist nur durch Ausstellungen öffentlich zugänglich werden – man also ohne den Besuch einer Ausstellung nur wenig mit Kunst in Berührung kommen würde – ist Architektur im öffentlichen Bereich für jeden erfahrbar. Was ist also der Sinn und Mehrwert von Architekturausstellungen gegenüber der realen Architektur? Und wie kann Architektur innerhalb einer Ausstellung präsentiert und vermittelt werden? Abgesehen von Ausstellungen in Außenräumen, wie etwa die großen Bauausstellungen, die Architektur im Maßstab 1:1 vorstellen, wird Architektur innerhalb von Ausstellungsräumen zumeist durch andere Medien vermittelt – beispielsweise durch Pläne, Zeichnungen, Renderings, Fotografien, Filme und Modelle, die entweder im Rahmen des Entwurfsprozesses entstanden oder den fertiggestellten Bau im Nachhinein dokumentieren. Architekturausstellungen können zudem als wichtiger Impulsgeber für architektonische Entwicklungen fungieren, indem sie aktuelle Problemstellungen aufgreifen, Bezüge zu übergreifenden theoretischen, politischen und kulturellen Diskursen herstellen und Lösungen vorschlagen.

Im Seminar möchten wir gemeinsam mit Studierenden die Geschichte, Theorie und Praxis von Architekturausstellungen untersuchen und diskutieren. Dabei sollen insbesondere auch aktuelle Beispiele und Tendenzen beleuchtet werden. Neben Kurzreferaten und –essays von Studierenden, textbasierten Diskussionen und dem gemeinsamen Besuch von Ausstellungen wird eine aktive Mitarbeit erwartet. Im Rahmen des Seminars findet eine zweitägige Exkursion nach Wien statt (20.-21. Juni 2019), bei der unter anderem die Ausstellungen Critical Care. Architektur und Urbanismus für einen Planeten in der Krise im Architekturzentrum Wien und die Biennale for Change 2019: Schöne neue Werte. Unsere digitale Welt gestalten im MAK besucht werden.

BRZ Augsburg Schiessgrabenstrasse, Architektur A. Frhr. von Branca, München © Architekturmuseum der TUM

[Modul AR20083] Architektur sammeln, dokumentieren und präsentieren: Der Architekt Alexander von Branca im Archiv des Architekturmuseums

 Semesterwochenstunden: 2

mit: Anja Schmidt

Die Sammlung des Architekturmuseums der TU München bewahrt mehr als 18.500 Planzeichnungen und 2600 Fotografien aus dem Nachlass des Architekten Alexander von Branca (1919 - 2011). Nach dem Studium an der TUM und der ETH Zürich führte Branca ein eigenes Architekturbüro in München und arbeitete von 1972 bis 1988 als Kreisheimatpfleger. Die Liste seiner Bauprojekte ist lang und reicht von der Neuen Pinakothek, bis zu den U-Bahnhöfen Theresienwiese und Marienplatz. Daneben baute er unter anderem auch Kirchen, Schulen und Bibliotheken.
Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Entwürfe, Wettbewerbe und ausgeführten Projekte des Architekten, der 2019 hundert Jahre alt geworden wäre.

Die Studierenden haben die Gelegenheit, die Archivräume des Museums zu erkunden und direkt am Original zu arbeiten. Dabei werden selbst gewählte Projekte des Architekten in das Gesamtwerk eingeordnet, analysiert und mit anderen Bauten verglichen.

Links: Ernst Sagebiel, Bankhaus Merck Finck & Co, 1957/58; Rechts: Sep Ruf, Neue Maxburg, 1954–1957 Lenbachplatz München © Privat

[Modul Architekturmuseum] Bruch und Kontinuität in der Architektur: Vom Nationalsozialismus zur Bundesrepublik

Semesterwochenstunden: 4

mit: Irene Meissner

Die Frage, ob 1945 ein Bruch in Deutschland stattfand oder ob Kontinuitäten zwischen der NS-Zeit und der Bundesrepublik den Wiederaufbau bestimmten, ist ein kontrovers diskutiertes Dauerthema in vielen Fachgebieten und gesellschaftlichen Gruppierungen. Der Bautätigkeit kommt dabei eine zentrale Rolle zu, denn sie ist nur in ihrem Verhältnis zur NS-Vergangenheit zu verstehen. Während die meisten Städte in Deutschland als Ausdruck einer neuen demokratischen Gesinnung programmatisch „modern“ wiederaufgebaut wurden, entstanden in Bayern auffallend viele Bauten, die an die NS-Zeit anknüpften. Im Seminar soll den Fragen nach Bruch und Kontinuität nachgegangen werden, um beispielsweise zu verstehen, wie die zu 70 Prozent zerstörte Münchner Altstadt wiederaufgebaut und wie mit den baulichen Relikten des Nationalsozialismus umgegangen wurde. Dazu wird die wechselvolle Geschichte der Bewältigungsversuche der NS-Vergangenheit sowie die Rolle und Verantwortung von Architekten, die in der NS-Zeit und dann in der Bundesrepublik erfolgreich tätig waren, untersucht und diskutiert. Besichtigungen von Bauten und Orten, die in Verbindung mit dem Nationalsozialismus stehen oder in den 1950er-Jahren als Aufbruch in eine neue Zeit entstanden sind, Debatten über NS-Architektur und ihre Baumeister in der Bundesrepublik, Gespräche und ein Besuch der Dokumentation Obersalzberg sind geplant. Je weniger Zeitzeugen es gibt, umso mehr müssen Bauten und Orte helfen, Erinnerung zu bewahren, um historische Zusammenhänge zu verstehen.

Wintersemester 2018 | 2019

[Modul AR20023] Vorlesung: Die Architekturausstellung als kritische Form. Von Hermann Muthesius zu Rem Koolhaas. 

Semesterwochenstunden: 2

mit: Andres Lepik

Die Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts wurde an entscheidenden Punkten durch Ausstellungen geprägt. Von der Werkbundausstellung 1914 in Köln, der Ausstellung „Modern Architecture. International Exhibition“ im MoMA 1932 über die Interbau 1957 in Berlin bis zur Biennale in Venedig „La Presenza del Passato“ von 1980 - die Präsentation von Architektur hat die internen Debatten um die zukünftige Ausrichtung der Profession ebenso nachhaltig bestimmt wie die öffentliche Wahrnehmung. Die Vorlesung stellt wesentliche Kapitel der Architekturgeschichte anhand der jeweils Ausstellungen vor und beschreibt darüber hinaus Elemente ihrer Wirkungen, der grundlegenden Konzepte und der theoretischen Debatten.

Das Skript zur Vorlesung gibt es hier.

Illustrationen zur Kugelhausstadt, 1927 © Architekturmuseum

[Modul AR20083] Architektur sammeln, dokumentieren und präsentieren:  Der Architekt Peter Birkenholz im Archiv des Architekturmuseums

Semesterwochenstunden: 2

mit: Anja Schmidt

Die Sammlung des Architekturmuseums der TU München bewahrt einen wertvollen Bestand von Planzeichnungen, Skizzen und Modellen des Architekten Peter Birkenholz (1876-1961). Als Dozent an der Gewerbeschule Basel und ab 1925 als Professor an der TH München widmete er sich intensiv der Lehre. Gleichzeitig nahm er an diversen Ausstellungen und Wettbewerben teil und etablierte sich als Architekt von Wohn- und Geschäftshäusern, für die er auch die Innenarchitektur entwarf.

Von seinen Bauprojekten sind vor allem die Kugelhäuser in die Architekturgeschichte eingegangen, die er in den unterschiedlichsten Variationen plante (vom Gartenwohnhaus bis zur ganzen Stadt). Weniger bekannt ist, dass Birkenholz mit seinen Planungen von Brücken bis zum Völkerbundpalast ein breites Spektrum an Bauaufgaben abdeckte und auch städtebaulich tätig war. Thema des Seminars sind die Entwürfe und ausgeführten Projekte dieses Architekten, die im Archiv des Architekturmuseums überliefert sind.

Studenten am Bauhaus Dessau, um 1927 © Stiftung Bauhaus Dessau

[Modul Architekturmuseum] Das Bauhaus – Labor der Moderne

Semesterwochenstunden: 4

mit: Irene Meissner

Bauhaus ist ein international geläufiger Begriff, mit dem ganz pauschal moderne Gestaltung und im besonderen moderne Architektur der 1920er- und 1930er-Jahre bezeichnet wird. An vielen Architektur- und Kunstschulen dient die Bauhauslehre bis heute als Grundlage der Ausbildung.

Das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete „Staatliche Bauhaus“ war ursprünglich eine Reformschule mit dem Ziel Kunst und Handwerk zu verknüpfen, seit 1923 sollten dann Kunst und Technik zu einer neuen Einheit geformt werden. 1925 musste das Bauhaus aus politischen Gründen nach Dessau umziehen, wo die Reformschule als „Hochschule für Gestaltung“ eine städtische Einrichtung wurde und einen wegweisenden Neubau erhielt. 1928 übernahm Hannes Meyer das Bauhaus, ihm folgte 1930 Ludwig Mies van der Rohe als dritter Direktor nach, bevor 1933 die Nationalsozialisten das Bauhaus schlossen.

Im Seminar werden die einzelnen Phasen des Bauhauses sowie die Leitideen, deren Rezeption und Verbreitung thematisiert und diskutiert. Auf Fahrten zu den historischen Orten und Stätten soll das Bauhaus von den Studierenden selbst entdeckt werden.

Die Exkursion nach Weimar, Dessau und Berlin ist verpflichtend für eine erfolgreiche Teilnahme am Seminar. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt.

 

Karl Knappe, Ziegelschnitt | Theodor Fischer, Ledigenheim München, Bergmannstrasse, 1926/27 © Privat

[Modul Architekturmuseum] Auf den Spuren Münchner Architekturlehrer (in Form einer Seminararbeit)

Semesterwochenstunden: 4

mit: Irene Meissner

Gottfried von Neureuther, August Thiersch, Friedrich von Thiersch, Theodor Fischer, German Bestelmeyer, Roderich Fick, Robert Vorhoelzer, Hans Döllgast, Franz Hart, Werner Eichberg, aber auch renommierte Künstler wie Ernst Pfeifer, Georg Brenninger oder Fritz Koenig lehrten seit 1868 Architektur an der heutigen Technischen Universität München. Wer waren diese Lehrer und welche Spuren haben sie im Münchner Stadtbild hinterlassen?

In einer schriftlichen Seminararbeit sollen sich die Studierenden auf die Spuren der Münchner Architekturlehrer begeben und den Architekten und dessen Bauten recherchieren. Nach vorgegebenen Layout ist ein Booklet zu erarbeiten: Nach einem kurzen Abriss von Leben und Werk mit einer architektonischen Einordnung werden die wichtigsten Bauten anhand von Fotografien und Kurztexten vorgestellt.

Termine Freitagvormittag nach Absprache, Pinakothek der Moderne, Beschränkung auf 15 Studenten

© Anthony Coleman | Grafton Architects installation at Sensing Spaces Exhibition (curated by Kate Goodwin for Royal Academy of Arts, London 2014)

Ausstellen durch Space | Immersives Design in Architekturausstellungen

Semesterwochenstunden: 2

mit: Ana Neiva

Die Ausstellung von Architektur ist notwendigerweise eine architektonische Übung. Um Ideen innerhalb eines Raums anzuzeigen oder zu kommunizieren, muss eine dreidimensionale Organisation geschaffen und gleichzeitig der Container als unmittelbarer Kontext für das Besuchererlebnis reflektiert werden. Wenn man dies berücksichtigt, wenn man darüber nachdenkt, ein Gebäude zu zeigen, kann man, selbst wenn man das Paradox einer externen Repräsentation seiner inneren Erfahrung annimmt, zu einnehmenderen, einprägsameren und umfassenderen Wegen führen, die Architekturdarstellung für ein breiteres Publikum zu übersetzen.

Dieser Workshop fördert die Erforschung interaktiver, emotionaler und weitreichender Strategien, die die Erfahrung von Ausstellungen im weitesten Sinne berücksichtigen. Durch die Gestaltung eines immersiven Ausstellungsraumes durch einen ortsspezifischen Ansatz werden die Studierenden mit Fragen zu Maßstab und Form, Konstruktion, Lesbarkeit und sensorischer Erfahrung in der Architektur konfrontiert und können die Idee der Architektur durch Kuration im Sinne von Disziplin untersuchen Produktion, anstatt "bloße" Darstellung.

Referenz­treppenpodest und Referenztreppenlauf nach DIN 7396, mit Norm-Hammerwerk

[Modul AR30076] Architekturanalyse: Design Regeln: Kontrolle (und ihr Unbehagen) in der Architekturgeschichte

Semesterwochenstunden: 4

mit: Anna-Maria Meister

Das Aufkommen der Kybernetik in der Nachkriegszeit schien den architektonischen Traum von vorhersehbarem Ergebnis und objektiver Schönheit zu erfüllen. Erdacht als gemeinsame Sprache zwischen Mensch und Maschine, befeuerte Code dann die Fantasie die moderne Subjekt-Objekt-Dichotomie endlich überbrücken zu können. Regelbasiertes Design hat jedoch eine lange Geschichte: von Proportionslehre zu Normen haben Architekten wiederholt versucht, nicht nur Form vorzuschreiben, sondern auch soziale und politische Kontrolle auszuüben. Als Regeln in materialisierte Form exportiert wurden, wurde die Architektur aber auch zum Komplizen bei der Konstruktion von Herrschaftsformen. Daher müssen "Design Rules" auch hinsichtlich ihrer ideologischen Absicht und menschlichen Konsequenz betrachtet werden.

Dieses Seminar wird eine Geschichte der Architekturproduktion untersuchen, die sich aus Regeln, Codes und Gesetzen ableitet. Wir werden sowohl Regeln untersuchen, die von außen vorgeschrieben werden - Standards, Normen und Vorschriften - als auch solche, die absichtlich als Teil des Designprozesses eingeführt werden - Proportionen, Kombinatorik und Algorithmen.

Während Regeln oft als bürokratisches Hindernis angesehen werden, sind sie in der Tat gesellschaftliche Ausdrucksformen und ästhetische Werkzeuge. Darüber hinaus führten Versuche zur Maximierung von Kontrolle durch Systeme oft zu unvorhersehbaren Ergebnissen. Der durch Codes und Berechnungen gewonnene Kontrolltraum ist somit untrennbar mit Risiko, Irrationalität und Exzess verbunden. In diesem Seminar wollen wir fragen: Was sind die architektonischen, räumlichen und politischen Implikationen von Gestaltungsregeln, ob vorgeschrieben oder selbst auferlegt? Inwiefern waren irrationale Tendenzen an der Gestaltung von Regeln beteiligt?

SESC 24 de Maio, São Paulo © Ciro Miguel, 2017

[Modul AR30233] Masterprojekt: Social Condenser

Semesterwochenstunden: 8

mit: Andres Lepik, Daniel Talesnik, Teresa Fankhänel

Gefördert von einigen konstruktivistischen Architekten, die mit der Union of Contemporary Architects (OSA) verbunden waren, zirkulierte das Konzept des “Social Condenser” in den späten 1920er Jahren in der Sowjetunion. Der Begriff wurde verwendet, um eine neue Architektur zu beschreiben, die zehn Jahre nach der Russischen Revolution stattfand. Obwohl sie anregend war, war sie sehr offen, da sie sich nicht auf ein bestimmtes Architekturprogramm beschränkte.[1] Ja, der “Social Condenser” bezog sich auf Architekturen, die die Bevölkerung versorgten, die die Gesellschaft beschleunigen konnten, aber es könnte sich auch auf Wohnprojekte wie Moisei Ginzburg und Ignaty Milinis Narkomfim (1928) sowie Arbeiterklubs beziehen (denken Sie an jene, die von Constantin Melnikov entworfen wurden). Jüngste Forschungen in der Kategorie des “Social Condenser” haben gezeigt, dass der Begriff nur für eine kurze Zeitperiode verwendet wurde. Er wurde uns jedoch durch eine Reihe von Wiederbelebungen überliefert, am wichtigsten Rem Koolhaas’ Verwendung des Begriffs seit den 1970er Jahren wie im Manifest “The City in the City – Berlin: A Green Archipelago” (1977 mit Oswald Mathias Ungers und anderen geschrieben) und dem gefälschten Patent für den “Social Condenser”, veröffentlicht in Content (2004).

In diesem Masterprojekt werden wir die Idee des “Social Condenser” sowohl in seiner historischen Dimension als auch als Kategorie untersuchen, die Möglichkeiten für die aktuelle Produktion von Architektur bietet. Unser Interesse am “Social Condenser” steht im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausstellung Access for All: São Paulo’s Architectural Infrastructures (Juni 2019) des Architekturmuseums, die sich auf mehreren Ebenen mit diesem Thema auseinandersetzt. Das Master Projekt basiert auf Vorträgen, Lektüreseminaren und Präsentationen der Studenten. Wir werden Fallstudien sammeln, einen Zeitstrahl erstellen, über Probleme der Repräsentation nachdenken und an einem Essay arbeiten.

Das Master-Projekt wird begleitet von einem Seminar von Teresa Fankhänel mit dem Titel "Writing Research Papers". Es ist eine praxisbezogene Übung zum Lesen und Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten in Vorbereitung des abschließenden Essays im Master Projekt. Das Hauptziel des Kurses ist es, den Studenten ein gründliches Verständnis und praktische Kenntnisse der notwendigen Schritte beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit zu vermitteln. Zu den Fähigkeiten, die trainiert werden, gehören ein grundlegendes Verständnis historischer und theoretischer Quellen in den Geisteswissenschaften, Archivrecherchen, der Auswahl von Quellen, des Verfassens eines Forschungsberichts, des Findens einer These und des Verfassens der Arbeit.

Dies ist ein praxisbezogenes Master Projekt, sowohl im Workshop als auch im Seminar. Aktive Teilnahme ist vor, während und nach jeder Sitzung erforderlich. Es wird wöchentlich kleine Aufgaben geben, die aus Lektüreaufgaben, Recherchen und Schreibübungen bestehen.

[1] Schauen Michał Murawski, “Introduction: crystallising the social condenser,” The Journal of Architecture Volume 22, Issue 3 (2017): 372-386.

 

CIAM Kongress in Otterlo 1959 © NAI Collection

[Modul AR20036] Architekturvermittlung: Die CIAM-Kongresse. Historische Hintergründe, Entwicklung und Auswirkung

Semesterwochenstunden: 2

mit: Vera Simone Bader

Zwischen 1928 und 1959 fanden 11 internationale Kongresse für Neues Bauen (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne), kurz CIAM genannt, an verschiedenen Orten in Europa statt. Weltweit anerkannte Architekten und Stadtplaner, wie Le Corbusier, Walter Gropius, Cornelis van Eesteren, José Luis Sert, Ernst May, Mart Stam u.a. nutzten diese Treffen, um eigene Position propagieren und international behaupten zu können sowie für den Ausbau ihrer Netzwerke. Mit den programmatischen Ideen bestimmte die CIAM die Städtebaudiskussionen und die Entwicklung der modernen Architektur bis weit in die Nachkriegszeit.

Als rein harmonische Treffen, in denen homogene Leitlinien erarbeitet wurden, darf man sich die CIAM-Kongresse allerdings nicht vorstellen. Vielmehr waren sie von heftigen Auseinandersetzungen geprägt. In dem Seminar werden wir uns auf einige wichtige Kongresse beschränken und die divergierenden Positionen herausarbeiten. Damit soll die Bandbreite an Ideen erfasst, die produktive Atmosphäre verstanden und die Entwicklung der verschiedenen Treffen analysiert werden.

Wir nähern uns dem Thema durch die Beschreibungen wichtiger Bauprojekte und über die Biographien einzelner Protagonisten. Vor allem aber konzentrieren wir uns auf die Vermittlung der verschiedenen Inhalte: Wie wurden die einzelnen Themen präsentiert? Welche Instrumente nutzten die Architekten? Wer stellte diese vor? Und wie sahen die begleitenden Ausstellungen aus? Um an Informationsmaterial zu kommen, wird nicht nur die Forschungsliteratur herangezogen. Auch ist eine Exkursion zum CIAM-Archiv nach Zürich geplant, um entsprechende Pläne, Fotos und Diagramme zu sichten. Über die Präsentationstechniken sollen weitere, vor allem neue Inhalte generiert werden.

Sommersemester 2018

Trulls, Alberobello, South Italy © Simone Bader

[Modul AR30076] Architekturanalyse: 
Das "Vernakuläre“ in der modernen und zeitgenössischen Architektur

Semesterwochenstunden: 4

mit: Andres Lepik, Vera Simone Bader

Die Auseinandersetzung mit der sogenannten „vernakulären“ Bauweise, d.h. mit der in der Regel als „lokal“, „spontan“ oder auch „ursprünglich“ bezeichneten Architektur, ist ein hoch aktuelles Thema. Es steht dabei im Spannungsfeld von nationaler Identitätssuche, ökologischen Ansätzen und globalen Wirtschafts- und Politikinteressen: Zum einen orientieren sich Architekten (wie etwa Anna Heringer, Balkrishna Doshi, Francis Kéré) scheinbar zunehmend am Vernakulären, da der Rückgriff auf die Grundbedingungen der Architektur, auf alternative Materialien und auf eine einfache Handhabung in der Baupraxis angesichts knapper Ressourcen und globaler Wirtschaftskrisen weltweit gefordert wird. Andererseits versuchen Städte, wie Abu Dhabi, über die Wiederentdeckung vermeintlich lokaler Formen den Tourismus weiter anzukurbeln. Diese divergierende Aneignung von Formen und Konstruktionen, die als vernakulär bezeichnet werden, machen es notwendig, sich dem Thema noch einmal kritisch zu nähern. Es ist zu beobachten, dass sich auch schon wichtige Protagonisten der Architekturgeschichte wie Frank Lloyd Wright, Bruno Taut, Le Corbusier, Giuseppe Pagano, Bernhard Rudofsky und andere bereits seit Ende des 19. Jahrhundert eingehend mit dem Vernakulären beschäftigt haben und dies gerade auch in Anbetracht von Funktionalisierung und Rationalisierung in der Architektur. Sie vermittelten durch Ausstellungen und Publikationen über das Vernakuläre das Bild einer authentischen und als vorbildlich bezeichneten Architektur, die mit der Kultur des jeweiligen Lebensraums verwurzelt und als Ursprung für lokale Bauformen anzusehen ist. Der forschende Blick lag dabei entweder auf der Baupraxis im eigenen Land oder war auf die Kolonien gerichtet. Im Seminar werden die Gründe und Motive für die früheren und die aktuellen Auseinandersetzungen mit dieser Art des Bauens analysiert. D.h.: Seit wann, warum und mit welchen Kriterien und Vorbehalten begegneten Architekten dem Vernakulären? Wie und in welcher Form wurde ihr Entwerfen und Bauen beeinflusst? Und wie wird der Begriff „vernakulär“ historisch und aktuell verwendet? Das Vernakuläre bleibt vor allem auch im Hinblick auf andere Begrifflichkeiten wie Regionalismus, Traditionalismus, Primitivismus und Heimatstil zu definieren und vor dem Hintergrund der postkolonialen Studien zu diskutieren. Das Seminar zielt demnach auf eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Konzept des Vernakulären vor allem in Europa, indem Bauwerke, Ausstellungen und Publikationen analysiert und in einen größeren politischen, kulturellen und sozialen Kontext gestellt werden.

IBA 1987, Wohngebäude Berlin, 1986 © Daniel Talesnik

[Modul AR30190] Projektwerkstatt kuratorische Praxis:
Die Stadt als Modell (IBA Berlin 1984-87) 

Semesterwochenstunden: 4

mit: Andres Lepik, Daniel Talesnik

Das Seminar untersucht Bauausstellungen mit besonderem Blick auf die Internationale Bauausstellung 1984-87 in Berlin. (Präzedenzfälle, wie die Weißenhofsiedlung 1927 in Stuttgart und die Interbau 1957 in Berlin werden ebenfalls näher analysiert). In diesem Kurs geht es um die Geschichte der Architektur in Deutschland – vor allem um die der 1980er-Jahre, – d.h. die Jahre vor dem Mauerfall, als die IBA ein weiterer Versuch war, Westberlin zu einer führenden Stadt des internationalen Architekturdiskurses zu avancieren. Wir wollen wissen, was genau die IBA gefördert hat und wie?

Die IBA hatte zwei Hauptstrategien, die "Kritische Rekonstruktion" (IBA-Neubau) und die Sanierung / Restaurierung mit der "Behutsamen Stadterneuerung" des IBA-Neubaus ("Hardt-Waltherr-Hämer"). (Es besteht eine Verbindung zur TU MÜNCHEN? BERLIN?? durch die Idee vom "Bauen im Bestand"). Zu dieser Zeit waren die IBA-geförderten Projekte in Berlin polemisch und widersetzten sich allgemeingültigen Tendenzen. Im Seminar werden daher sowohl die positiven als auch negativen Aspekte der IBA sichtbar gemacht. Wenn die IBA ein Modell darstellte, dann wollen wir verstehen, welche Art von Modell sie war und für was dieses stand.

In diesem Seminar geht es um die Verbindungen zwischen Postmoderne und ihren Gegensätzen und um die Beteiligung lokaler Architekten und die Einladung ausländischer Schlüsselarchitekten nach Berlin zum Bau von Wohnprojekten. Die IBA war eine Plattform für Architekten, die zum Erbe Berlins beitragen sollten: Peter Eisenman, Aldo Rossi, Rem Koolhaas, Zaha Hadid, John Hejduk, Raimund Abraham, Oswald Matthias Ungers und andere. Eine andere Frage ist, wie dies ein spätes Szenario des Kalten Krieges darstellt, das die Architektur für politische Zwecke mobilisierte.

Eine Nebenfrage ist, was geschah zu dieser Zeit in Ost-Berlin? Wie waren die Reaktionen auf der anderen Seite der Mauer? Dafür schauen wir uns das Nikolaiviertel näher an, ein historisches Viertel umgeben von Plattenbau, das eine touristische Attraktion für das 750-jährige Stadtjubiläum werden sollte.

Kurz gesagt, das ist Berlin als Labor, eine Stadt, die sich neu erfindet und unbewusst den Boden für das ebnete, was seit dem Mauerfall stattgefunden hat. Wenn diese Projekte in Berlin "Inseln" waren, bildeten sie dann ein "Stadtarchipel", so wie es Ungers propagierte? Das Projekt war eine Spekulation, die nicht daraus bestand, Geld zu verdienen – und dennoch ebnete sie gleichzeitig Spekulanten den Weg.

Schließlich stellt sich für die Studenten die Frage, wie könnte dieses Thema (oder Teile davon) zu einer Ausstellung werden?

* Wir werden Berlin gegen Ende des Kurses zusammen mit den Studenten besuchen.

Giuseppe Terragni, Casa del Fascio, Como, 1936 © Simone Bader

[Modul AR20036] Architekturvermittlung (Museum):
Architektur im faschistischen Italien

Semesterwochenstunden: 2

mit: Vera Simone Bader, Gabriella Cianciolo Cosentino

In dem Seminar wird die 20-jahrige Bautätigkeit in Italien unter dem faschistischen Regime beleuchtet mit besonderem Blick auf Ausstellungen, Städtebau, Kunst und auf den Umgang mit dem schwierigen Erbe. In einer ausführlichen Einführung werden Tradition und Moderne als Antipoden in der Architektur dieser Zeit kritisch hinterfragt und verschiedene Aspekte, wie beispielsweise die Beziehung zwischen Architektur und Ideologie aufgegriffen. Die Protagonisten, zu denen unter anderem Gustavo Giovannoni, Marcello Piacentini, Giuseppe Terragni, Giovanni Muzio und Giovanni Michelucci zählen, werden vorgestellt und ihre Bauten und Entwürfen in Beziehung zur faschistischen Regierung analysiert. Das persönliche Einwirken Mussolinis auf die Architektur und den Städtebau ist ebenfalls Thema. Welche Bauaufgaben haben eine wichtige Rolle gespielt? Welche Formensprache und welche Materialien wurden bevorzugt? Inwiefern hat die Architektur (oder die Architektur-Publizistik) zur Propaganda des Faschismus beigetragen? Diese und andere Fragen sollen im Laufen des Seminars an Fallbeispielen diskutiert werden.

© Sandra Hofmeister

[Modul AR20112] Architekturkommunikation:               
Architekturtexte: Lektüre- und Schreibwerkstatt

Semesterwochenstunden: 2

mit: Sandra Hofmeister

Wenn Architektur in Worte gefasst wird, gibt es unterschiedliche Textformate je nach Anlass und Intention. Dieses Seminar ist eine Werkstatt für diese Worte und Textformate: Wir werden verschiedene Texte lesen, analysieren und ihren Kontext besprechen. Nach der Lektüre werden wir eigene Texte verfassen und dabei auf vorab erarbeitete Aspekte achten. Die Bandbreite an Textformaten, die im Seminar diskutiert wird, schließt Manifeste und Essays, Blog Einträge und Kommentare, Interviews und Projektbeschriebungen mit ein. Durch die sorgfältige Lektüre werden die Studierenden einen kritischen Blick auf diese Texte werfen und daran arbeiten, Architektur in überzeugende eigene Worte zu fassen.

Hans Schwippert, Behelfsheim-Typ “Wohnlaube, Wohngerät 43” aus dem Jahr 1943 © Architekturmuseum München Archiv

[Modul AR20083] Architektur sammeln, dokumentieren und präsentieren:
Der Architekt Hans Schwippert im Archiv des Architekturmuseums

Semesterwochenstunden: 2

mit: Anja Schmidt

Die Sammlung des Architekturmuseums der TU München bewahrt einen reichen Bestand von Plänen und Skizzen des Architekten Hans Schwippert, (1899-1973). Als langjähriger Vorsitzender des Deutschen Werkbundes und Direktor der Kunstakademie Düsseldorf war er einer der wichtigsten Vertreter der Nachkriegsarchitektur. Von seinen Bauprojekten sind vor allem der Entwurf für das Deutsche Bundeshaus in Bonn (1948/49), das Hochhaus auf der Interbau 1957 in Berlin und das Ausstellungskonzept des Deutschen Pavillons der Brüssler Weltausstellung 1958 in die Architekturgeschichte eingegangen. Weitgehend unbekannt ist dagegen, dass Schwippert auch Behelfsheime und Notunterkünfte für Flüchtlinge entwarf. Ein Thema, das heute wieder besondere Bedeutung erlangt. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Entwürfe und ausgeführten Projekte dieses Architekten.

Hier geht's zu ausgewählten studentischen Arbeiten aus diesem Kurs.

Königshaus am Schachen © Myrzik und Jarisch

[Modul AR30347] Projektwerkstatt Ausstellungsgestaltung:
Königsschlösser und Fabriken - Ludwig II. und die Architektur

Semesterwochenstunden: 2

mit: Andres Lepik, Ann Katrin Bäumler

Der vom Architekturmuseum zusammen mit dem Londoner Architekturbüro Studio Weave als Blockveranstaltung angebotene Workshop findet in Vorbereitung der Ausstellung "Königsschlösser und Fabriken -- Ludwig II. und die Architektur" statt, die zum 150-jährigen Jubiläum der TUM ab September 2018 in der Pinakothek der Moderne gezeigt wird.

Als Projektarbeit sollen die Studierenden bei der Wandgestaltung von zwei Ausstellungsräumen mitwirken, wobei sie auch von Studio Weave, die die Ausstellungsarchitektur konzipiert haben, unterstützt und angeleitet werden. Ziel ist es anhand einer eigens für die Ausstellung entwickelten Technik mit den charakteristischen Farben, Ornamenten und architektonischen Versatzstücken der damaligen Zeit eine Art "Fassade" zu gestalten. Diese ist sowohl für den Besucher der Ausstellung, als auch von außen sichtbar -- insbesondere bei beleuchteten Räumen in der dunklen Jahreszeit.

Der Workshop bietet auch einen Einblick in die kuratorische Praxis und in die Entwicklung eines architektonischen Ausstellungskonzepts. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Visualisierung der Ausstellungsinhalte. Vermittelt werden soll zudem die kritische Auseinandersetzung mit komplexen Problemstellungen und deren räumliche Präsentation für die Ausstellung.

 

Hans Döllgast, Wiederherstellung Alte Pinakothek, 1946–1957 © Klaus Kinold

[Modul Architekturmuseum] Auf den Spuren Münchner Architekturlehrer

Semesterwochenstunden: 4

mit: Irene Meissner

Carl von Fischer, Friedrich von Gärtner, Friedrich von Thiersch, Theodor Fischer, German Bestelmeyer, Robert Vorhoelzer, Hans Döllgast, Franz Hart, Werner Eichberg, Sep Ruf oder Otto Steidle, aber auch renommierte Künstler wie Wilhelm von Rümann, Bernhard Bleeker, Hermann Hahn, Georg Brenninger oder Fritz Koenig lehrten seit 1803 an der Akademie der Bildendenden Künste München und seit 1868 Architektur an der heutigen Technischen Universität München. Wer waren diese Lehrer und welche Spuren haben sie im Münchner Stadtbild hinterlassen?
In den Seminarveranstaltungen sollen sich die Studierenden auf die Spuren der Münchner Architekturlehrer begeben und anhand eines Rundgangs den Architekten/Künstler und dessen Bauten/Werke vorstellen. Nach vorgegebenen Layout ist die Erarbeitung eines „Pfads“ geplant. Ein kurzer Abriss von Leben und Werk mit einer architektonischen Einordnung und der Vorstellung der wichtigsten Bauten mit Fotografien und Kurztexten sollen den Weg der jeweiligen Architekten zu ihren Bauten in München weisen.

Die Veranstaltungen finden in Form von Stadtspaziergängen und bei schlechtem Wetter im Seminarraum statt.