SESC 24 de Maio, São Paulo
© Ciro Miguel, 2017
Minhocão, São Paulo
© Ciro Miguel, 2017
MASP, São Paulo
© Danilo Zamboni, 2017

Zugang für alle13. Juni - 08. September 2019

São Paulos soziale Infrastrukturen

Wie viele Megastädte steht auch São Paulo mit derzeit über 20 Millionen Einwohnern in seinem Stadtgebiet vor komplexen Problemen für die Zukunft: extremer Verkehr, Luftverschmutzung, Wasserversorgung, informelle Siedlungen... Gleichzeitig werden in der Stadt schon seit Jahrzehnten Infrastrukturen geplant und gebaut, die darauf abzielen, faire und inklusive Orte für die urbane Gesellschaft zu schaffen. Die Ausstellung präsentiert diese Bauten und Projekte und zeigt ihre Chancen und Potenziale. Die ausgewählten Beispiele reichen von einer Überdachung in einem öffentlichen Park bis hin zu großen multifunktionalen Gebäuden und sie sind von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart gebaut worden. Sie schaffen Angebote die von Sport über Kultur, Fortbildung und Gesundheit bis zu Gastronomie reichen und haben als gemeinsamen Nenner die Fähigkeit, weit über ihre funktionalen Aufgaben hinaus Orte des Miteinanders zu schaffen.

Während viele Städte weltweit immer noch dem sogenannten "Bilbao-Effekt" nachjagen – also monofunktionale und zumeist exklusive Kulturbauten planen und errichten, die als „Signature“-Architektur dem Tourismus dienen sollen – plädiert diese Ausstellung für eine architektonische Infrastruktur, die öffentlich, halböffentlich oder in Privatbesitz sein kann und multifunktional gedacht ist, d.h.: auf eine soziale Nachhaltigkeit für die Bürger vor Ort zielt. Dieser Aspekt von São Paulo veranschaulicht, wie Architektur und Infrastruktur dazu beitragen können, die Stadt nicht nur städtebaulich zu verbessern, sondern auch die Lebensbedingungen der Bürger zu fördern.

Kurator | Daniel Talesnik