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Über Sichtbarkeit von Religion im Stadtbild – Architektur und Fotografie. Vortrag und Gespräch mit Nicoló Degiorgis und Margret Spohn

18. Juni 2015, 18:30 Uhr

In seiner Fotoserie »Hidden Islam« verfolgt Nicoló Degiorgis (Bozen) versteckte Orte der Religion in Norditalien. Der Fotograf dokumentiert über hundert muslimische Gebetsräume, die sich – nach Außen nicht sichtbar – hinter den Fassaden von Lagerhallen, Garagen oder Supermärkten verbergen. Die Bilder zeigen Bauten an den Stadträndern, wie sie nicht regionaltypisch, sondern häufig in anderen europäischen Städten zu finden sind. Über ihre Funktion als zeitgeschichtliche Dokumentation hinaus verweisen die Fotografien damit auf eine allgemeine Situation: die Ausgrenzung von Migranten und die Verbannung ihrer kulturellen Tradition aus dem innerstädtischen Bereich.

Die Bedeutung von Religion im Bezug auf Stadtplanung und Urbanität wird meist vernachlässigt und als historisches Phänomen abgetan. Gerade heute durch die zunehmende Zuwanderung zeigt sich Religion aber als wichtiger Bestandteil des Städtischen. Doch wie wirken sich religiöse Traditionen und Praktiken auf das Stadtbild aus?

Nicoló Degiorgis aus Bozen und Margret Spohn, Leiterin des Büros für Interkultur, Migration und Vielfalt in Augsburg und zuvor langjährige Mitarbeiterin der Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München, diskutieren die öffentliche Sichtbarkeit von Religion von Minderheiten im Stadtbild als historisches und gegenwärtiges Phänomen. Moderation: Christiane Lembert und Hilde Strobl